Die Automobilindustrie schreit nach Vater Staat!

Mensch, was ist denn nu los? Die Automobilindustie in der Krise, wie konnte es soweit kommen?

Vielleicht, weil kein Normalverdiener sich mehr ein neues Autos leisten kann? Tja, wenn man bei Opel als einer der vielen Leiharbeiter mit knapp 6 Euro die Stunde auskommen muss. Ist wohl leider kein neuer Insignia drin.

Könnte ja auch sein, dass man seine Zulieferer nicht unter einen enormen Preisdruck hätte setzen sollen. Und dann in China zu kaufen, weil hier ja nicht Kostengünstig produziert werden kann. Aber, leider muss es immer Leute geben die den Mist auch kaufen. Wie heist es so schön, jeder der ein Haus baut, sollte sich auch eins leisten können!

Oder, dass sich die dicke fette Auto-Lobby ewig dagegen gewehrt hat Bezinsparende Autos zu bauen? Konnte man ja nicht wissen, dass es irgendwann kein Öl mehr gibt. GM steckt natürlich nicht in der Krise, weil sie auf ihren Spritschleudern sitzen bleiben….

Und nun soll der Steuerzahler helfen. Klar, wer denn auch sonst. Warum nicht auch Premiere helfen jeder Hartz4 Empfänger bekommt ein Decoder umsonst, tolle Idee.  Ich frage mich, ob es heute überkaupt noch einen Unterschied zwischen dem Wort SOZIAL und ASOZIAL gibt?

In der Oberschicht jedenfalls nicht!

7 Antworten to “Die Automobilindustrie schreit nach Vater Staat!”

  1. halbmannhalbfrau Says:

    da macht aber jemand seinem ärger luft😉

  2. Zum Einen: Die Krise der Automobilkonzerne ist unter anderem auch daraus entstanden, dass die Konzerneigenen Banken Kredite an Leute vergeben haben, die sich in der Tat Autos nicht leisten konnten – eben weil sie ihre Kisten anders schon lange nicht mehr losgeworden sind.

    Zum Anderen: Opel selbst hat nur ein einziges wirklich gefährliches Problem und das ist seine Detroiter Muttergesellschaft.

    So wie ich das sehe, hat sich vor allem der Kunde gegen Spritsparende Autos gewehrt – oder wo sind der 3-Liter-Lupo oder der Alu-Audi hin? Kein Mensch hat die Dinger haben wollen, dass ist doch der Punkt.

    Was die Leiharbeiter angeht, hast du völlig Recht, auch wenn ich nicht weiß, ob man bei Opel wirklich 6 Euro verdient und mir überdies vorstellen kann, dass Leiharbeit immer noch besser ist als gar keine Arbeit. Denn dank der deutschen Arbeitspolitik ist dummerweise Leiharbeit die einzige Chance für Unternehmen halbwegs flexibel auf konjunkturelle Schwankungen reagieren zu können.

    Ich halte es für einen dummen Fehler, hier die Leiharbeit als einzigen Ausweg zuzulassen aber ohne diesen bliebe besonders konjunkturanfälligen Unternehmen, wie eben der Autoindustrie, letztlich nur die Abwanderung und ich glaube nicht, dass wir darauf nun unbedingt noch mehr hinwirken sollten, als es unsere Damen und Herren Politikdarsteller ohnehin schon tun.

    Sofern ich dein Fazit richtig deute, gebe ich dir Recht: Missmanagement gehört durch Ausbleiben der Kunden und notfalls eben mit Pleite bestraft und nicht durch Spendiertante Merkel noch belohnt – erst Recht nicht, wenn absehbar die Kohle letztlich einer amerikanischen Konzernmutter helfen wird.

  3. lordrillrich Says:

    Die Info was Leiharbeiter verdienen habe ich aus diesem Buch:

    „Arm durch Arbeit: Ein Undercover-Bericht von Markus Breitscheidel“

    Was den Lupo betrifft hinkt der Vergleich, da er leider 5 Liter auf 100 km schluckt und keine 3! Noch dazu anscheinend große Qualitätsmängel aufweisen soll. Von dem Audi habe ich noch nie etwas gehört. Ist die große Werbekampagne wohl an mir vorüber gezogen…. Und der Smart boomt (sogar in Amerika).

    Klar, bieten Leiharbeiten den Firmen flexibillität, doch kann man sie auch ordentlich bezahlen! Denn Deutschland ist schon beim Pro-Kopf-Einkommen im Vergleich mit den alten EU-Ländern auf Paltz 11 von 15!

    Naja, Kredite an Leute vergeben die sich keins leisten konnten? Vorallem haben sie das gemacht damit ihre Gewinne sprudeln. Was wie wir wissen, immer solange gut geht bis die Blase platzt. Noch dazu sieht es in einer Statistik immer besser aus, dass es mehr NEU zugelassene Wagen gibt. Und darüber feut sich auch die Börse und die Aktionäre. Eben Profit machen und das kann man ja keinem vorwerfen, oder?

  4. Ich meine ja explizit den 3-Liter-Lupo, den es mal gegeben hat und nicht den, der wirtschaftlich erfolgreich geworden ist. Qualitätsmängel sind bei völlig neuen Modellen wohl unvermeidlich, es sei denn, es handelt sich um Hochpreissegmente.

    Für den A2 gab es eine ganze Menge Werbung, wenn ich mich recht erinnere.

    Wenn Smart für dich als vollwertiges spritsparendes Auto gilt, warum dann der Vorwurf an die Autoindustrie, sie hätte so etwas nie geschaffen?

    Du wirst nun nicht im Ernst erwarten, dass Firmen von sich aus höhere Löhne zahlen, als die Arbeitnehmer verlangen, oder? Um faire Löhne durchzusetzen haben wir unsere Gewerkschaften mit einer Reihe Sonderrechten ausgestattet. Die Frage lautet: Wieso lassen sie denn zu, dass Leiharbeiter so beschissen verdienen? Machen sie ihren Job also nicht richtig, oder kümmert man sich eben womöglich doch lieber nur um die eigenen Mitglieder und pfeift auf die ganz armen Schweine und damit letztlich auf das, was jedenfalls ich echte soziale Gerechtigkeit nennen würde?

    Für mich ist Leiharbeit allerdings insgesamt eine per Gesetz künstlich geschaffene Notbremse, um sich um einen flexiblen Arbeitsmarkt herumzudrücken, ohne den unsere Industrie in Deutschland kaum noch Arbeitsplätze schaffen könnte. Man wälzt das Problem damit auf ältere Menschen oder Menschen mit schlechterer oder gar keiner Ausbildung ab und errichtet und erhält Schutzzäune um die Besitzstandswahrer. Das alles hat für mich mit Sozialstaat und mit einer Solidargemeinschaft nichts zu tun aber statt über diese Zusammenhänge zu diskutieren, beschränken sich die Deutschen wie üblich darauf „früher war alles besser“ zu brüllen und sich irgendwelche Minderheiten rauszupicken, denen man für alles Mögliche die Schuld geben kann.

    Dass etliche der bestehenden Missstände direkte Ergebnisse einer seit Jahrzehnten laufenden Politik sind, die mehr verspricht, als sie halten kann und dass aber wahlweise mit Placebos oder neuen Versprechen zu vertuschen versucht und so im Grunde nur alles noch schlimmer macht, wollen wir uns lieber nicht eingestehen – wäre natürlich auch viel unbequemer.

    Solange jene Flexibilität, die in der Praxis heute nur über Leiharbeitsfirmen zu bieten erlaubt ist, wird man nicht umhin können, diesen Firmen den daraus entstehenden Aufwand eben auch zu bezahlen. Schlimmer noch: Je begehrter Leiharbeit gemacht wird, desto mehr Gewinn werden die sie anbietenden Firmen versuchen zu machen. Gibt es gleichzeitig so viele potenzielle Leiharbeiter wie bei uns, ist eigentlich auch klar, dass die Arbeitgeber am deutlich längeren Hebel sitzen. Wo also sind die Gewerkschaften, um diesen Missstand auszugleichen?

    Besser wäre es natürlich, die Ursache der Leiharbeit abzustellen und jedem zu erlauben, Flexibilität zu zeigen. Das würde vielleicht an den Arbeitsbedingungen der meisten Leiharbeiter nichts verändern – wohl aber ihren Lohn.

    „Profit machen“ ist in meinem bösen liberalen Weltbild das, was uns alle letztlich ernährt und unseren Wohlstand sichert. Selbstredend kann ich das also niemandem vorwerfen. Die Autokredite hatten aber eher die Funktion, die Bänder am Laufen zu halten, also eine Produktion auf Halde zu vermeiden. Und damit hat man sich eben auch wieder eine Blase geschaffen (um jetzt zum Beispiel seitens der Autobanken nach dem Staat zu rufen).

  5. lordrillrich Says:

    Warum die Gewerkschaften nix machen? Weil sie selbst keinen Mindestlohn zahlen, und eben auch nur Machtgeile-Heinis sind. Warum gibt es denn Firmen in denen man nur arbeiten kann, wenn man einer bestimmten Gewerkschaft beitritt? Welche intressen die verfolgen dürfte wohl klar sein.

    Also nun mal „BUTTER BEI DIE FISCHE“ ein oder zwei Autos machen noch lange keine Umweltfreundliche Automobilindustie. Das ist ja als würde eine Serienmörder sagen: “ Nun, zwei habe ich doch Leben lassen.“ Also, so what?

    Und in mein gutes Soziales Weltbild, passt nunmal kein Profit ohne Verantwortung. Profit um jeden Preis führt immer in die Katastrophe! Natürlich, will ein Unternehmer Gewinne erzielen. Doch leider hat keiner mehr Unternehmerische Verantwortung gelernt. Die er vorallem für seine Arbeitnehmer hat! Kein Arbeiter hat jemals eine Firma herunter gewirtschaftet, nur Bosse.

    Ich muss dir auch mal RECHT geben…. das wir Deutschen nicht auf die Straße gehen und lieber jammern scheint irgenwie in unseren Genen zu liegen. „Warum denn was ändern? Bringt doch eh nix!“ Hätte ich für diesen Satz jeweils 10 Cent bekommen, wäre ich Stinkreich!

    Doch leider macht da meine Partei nix dafür, und deine auch nciht! Weil, keiner sich es mit irgendeiner Gruppe verscherzen will. (Bald sind wieder wahlen)

  6. Wie gesagt, A2 und 3-Liter-Lupo wollte schlicht keiner haben, aus welchen Gründen auch immer. Ich wüsste überhaupt keinen plausiblen Grund, weshalb Autobauer sich nach etwas anderem, als dem Kundenwunsch richten sollten, jedenfalls in der Frage des Spritverbrauchs. Jede Industrie wird erst dann umweltfreundlich, wenn der Kunde das über seinen Geldbeutel entscheidet. Oder Frau Merkel mit der ganzen Gewalt des Staates aber das dürfte im Fall Autoindustrie sicherlich das Schlechteste sein, was man machen kann, denn es gibt eben nicht nur deutsche Hersteller auf der Welt.

    Ich kann mir theoretisch schon Fälle ausdenken, in denen ein Angestellter eine Firma ruiniert. Griffe in die Firmenkasse zum Beispiel oder Betriebsspionage. Sollte mich wundern, wenn durch so etwas wirklich noch nie ein Unternehmen irreparabel beschädigt wurde.

    Aber natürlich sind das eher Ausnahmen, weil jeder Aufsichtsrat und jeder Eigentümer, der bei Verstand ist, versuchen wird, die Verantwortung möglichst auf leitende Angestellte (=Bosse) zu konzentrieren und so das Risiko der dummen Fehler auf wenige Personen zu beschränken. Es ist darum sicher sachlich richtig, dass Manager, Bosse, wie auch immer man diejenigen nennen will, die Macht und Verantwortung in Unternehmen tragen, fast immer an deren Scheitern Schuld haben.

    Meine persönlichen Erfahrungen in Unternehmen bisher sind weder riesengroß noch repräsentativ aber dort wurde so verantwortungsvoll gearbeitet, wie es die jeweiligen Eigentümer zugelassen haben. In Aktiengesellschaften ist so etwas nicht ganz einfach und so tragen dort eben vielfach auch die Eigentümer durch beknackten Gewinnerwartungen und Kursdruck oder Dividendenforderungen dazu bei, dass Gier über Verantwortung siegt und eben nicht dass getan wird, was für den Fortschritt des Unternehmens von Vorteil ist, sondern was diejenigen wollen, denen der Laden nunmal gehört.

    Es sagt sich schön, dass Profit und Verantwortung zusammengehören. Aber wer von uns handelt denn schon danach? Fragst du deine Bank oder wo immer du dein Geld anlegst, ob das alles verantwortungsvoll erwirtschaftet wird, was sie dir da so zahlen? Das betrifft ja nunmal nicht nur ein paar reiche Säcke, sondern millionen von Sparern weltweit, die zum Beispiel in diverse Aktienfonds investieren. Blackstone zum Beispiel, immer wieder als „böser Investor“ gegeißelt – aber dort legen viele Menschen ihr Geld für ihre Altersvorsorge an. Sind die nun alle böse?

    Ich glaube, wir fragen alle ein bisschen zu wenig selber nach und zeigen zu schnell mit dem Finger auf andere. Das ist ja auch sehr einfach und klingt fast immer richtig.

    Mit auf die Straße gehen wäre da auch nichts gewonnen. Wir wollen einfach nur immer alles mögliche haben und machen uns keinen Kopf darum, wie das denn gehen kann. Das ist ziemlich menschlich, eigentlich. Und das gleiche wäre es, einfach nur für oder gegen irgendwas auf die Straße zu gehen, was eben nicht nur die eine Seite der Medaille hat.

    Im Grunde sind wir alle exakt gleich böse und unmenschlich. Will natürlich kenier zugeben aber jeder von uns wäre als Großaktionär von Firma xy genauso geldgeil wie die realexistierenden Großaktionäre es sind. Es bringt daher herzlich wenig an Verantwortung zu appellieren und die eigene Moral zum erstrebenswerten Standard zu erklären. Wir sind die gleichen Arschlöcher und wer Verantwortung mit Profiten verknüpfen will, der muss Regeln aufstellen, die das bewirken.

    Ergebnis sind dann kleinere Profite, inklusive dem Rattenschwanz an negativen Folgen, den das mit sich bringt und zu dem natürlich irgendwo auch niedrigere Löhne gehören aber meinetwegen kann man das so machen, wenn dann nur diese ganzen selbstherrlichen Sesselpupser in den Parlamenten aufhören zu erklären, die böse Wirtschaft wäre ja so verantwortungslos.

    Mein Weg ist ein anderer und auch der hats schwer, sich durchzusetzen aber es wäre auch ziemlich langweilig, sich politisch zu engagieren, wenn man dabei nicht so schön gegen Windmühlen kämpfen könnte, wie ich momentan gezwungen bin…

  7. […] bringt er seit einer Weile in einem eigenen Weblog rüber. Und nachdem ers inzwischen nach der Diskussion über die Automobilindustrie ein weiteres Mal, nämlich zum Thema Automatisierung im Allgemeinen und bei der Post im […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: